BG Karlsruhe-Licher BasketBären 83:77 (42:40)

Tabellenführer geärgert, aber nicht zum Stolpern gebracht

                                          

Der Überraschungscoup wurde in Karlsruhe knapp verpasst. Nach einer 83:77-Niederlage mussten die Licher BasketBären am Samstagabend ohne Punkte die Heimreise antreten. Obwohl das Team von Cheftrainer Joan Rallo lange Paroli bot, siegten die Fächerstädter in einer Partie, die durch ihr hohes Energielevel geprägt war.

 

„Am Ende dürften ihre Erfahrungsvorteile den Ausschlag gegeben haben. Trotzdem kann ich nur stolz auf die Leistung des Teams sein“, so Rallo nach dem Spiel. Und das nicht zu Unrecht: mit nun 36 Punkten rangiert die von Nenad Josipovic trainierte Auswahl nun uneinholbar auf dem ersten Tabellenplatz. Für Lich heißt es nun Kräfte bündeln, wartet mit Speyer im letzten Hauptrundenspiel doch ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf.

 

Nach einem versenkten Dreier von Konstantin Kovalev lagen die BasketBären zu Beginn des ersten Viertels erstmals in Front (3:2, 08:35 Minute). Durch Punkte von Rouven Roessler und Dmitrij Kreis fanden die Gastgeber ihrerseits ins Spiel. Lich konterte mit einem 13:4-Run und führte zwei Minuten vor Viertelende mit 16:12. Elijah Allen traf in dieser Phase zwei seiner am Ende sieben Dreier (7/11).  Nach dem erneuten Führungswechsel durch einen Korbleger von Kreis war es Lamar Mallory, der den Ausgleich für seine Farben bestellte. Für ihn war es der erste Einsatz seit dem 30.01. Nach den ersten zehn Minuten stand es 23:20 für die BG.

 

Auch im zweiten Spielabschnitt bot sich den Zuschauern in der Friedrich-List-Halle ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Treffer durch Daniel Dörr, Nil Angelats und Alen Pjanic stellten bei noch 3:32 zu spielenden Minuten die Führung für die Gäste wieder her (35:31). Auf baden-württembergischer Seite nahmen nun die Routiniers Roessler und Marcus Smallwood das Heft in die Hand und bliesen mit ihren Zählern zum Endspurt vorm Pausentee. Durch ein Zuspiel von Moritz Overdick veredelte Angelats erneut per Dreier zum 38:36. Andrej Schmid antwortete im direkten Gegenzug ebenfalls mit einem Treffer jenseits des Perimeters. Obwohl Lich im gesamten Rest des Spiels auf Tuchfühlung blieb, sollte dies der letzte Führungswechsel der Partie sein.

 

Denn auch in der zweiten Halbzeit konnte sich Karlsruhe zunächst nicht absetzen. Nach einem verworfenen Korbleger durch Pjanic angelte sich Allen die Murmel und reuste die Wetterstädter zum zwischenzeitlichen 48:48. Angeführt von Roessler und Smallwood setzte es in den Folgeminuten einen Zwischenlauf von 8:2 aus Sicht der Gastgeber, den Marian Schick in Brettnähe zur Viertelmitte beendete. Erst in der Schlussminute des dritten Viertels schwang das Momentum zu Ungunsten der Bierstädter um. So erhöhte zunächst Adrian Lind via Sprungwurf auf 65:59. Bjarne Kraushaar versenkte wenige Sekunden später seine fällig gewordenen Freiwürfe und verkürzte. Mit Ablauf der Shotclock stieg Smallwood nach Zuspiel von Hayden Lescault zum Dreier hoch – und bestellte so die bis dahin höchste Führung der Fächerstädter (68:61). Der Center ist für seine gute Schussauswahl bekannt, wagte er im gesamten Saisonverlauf doch nur 25 Versuche aus dem Dreipunktland, von denen er starke 36% traf.

 

Karlsruhe agierte nun befreiter und drohte nach einem weiteren Dreier durch Lescault uneinholbar davon zu ziehen (75:63, 8:08 Minute). Zu den Stärken der BasketBären an diesem Abend gehörte es jedoch, dass sie den Faden nie verloren und sich auch von Runs des Gegners nicht ins Boxhorn jagen ließen. Gerade Allen hielt mit seinen Dreiern in dieser Phase dagegen. Rallo: „Er hat einen guten Job gemacht und gezeigt, wie er sich in dieser Saison mental wie technisch weiterentwickelt hat. Hinzu kam heute sein starker Touch aus der Distanz.“ Nach Assist von Nil Angelats verkürzte die Nummer 10 der Bären ein letztes Mal auf 71:77.  In den letzten vier Minuten spielte die Josipovic-Truppe dann ihre Erfahrung aus knappen Spielen aus und verwaltete die Führung souverän.

 

In allen Kernstatistiken wiesen die Kontrahenten nach Abpfiff beinahe identische Werte auf. Aus der Distanz waren die Mittelhessen an diesem Tag sogar treffsicherer (35 vs. 24%). Fünf gewonnene Rebounds mehr am offensiven Brett und die daraus resultierenden häufigeren Wurfchancen verhüteten am Ende eine faustdicke Überraschung. Weiter geht es am kommenden Samstag (19:30 Uhr) gegen die BIS Baskets aus Speyer.

 

Joan Rallo: „Obwohl ich natürlich lieber gewonnen hätte haben wir uns gegen eines der besten Teams der gesamten ProB auf Augenhöhe präsentiert. Wir haben Kampfgeist und eine große Qualität an den Tag gelegt, unseren Rhythmus früh gefunden und auch nach höheren Rückständen nie aufgesteckt. Neben der offensiven Sahneleistung von Elijah Allen war bemerkenswert, dass sich bis auf Max Mayer alle Spieler in die Scoringliste eingetragen haben. Doch auch Max, der seine fünfminütige Einsatzzeit überwiegend zu Spielbeginn bekam, hat uns den Start in die Partie durch seinen großartigen Einsatz erleichtert und verdient ein Sonderlob.“

 

Licher BasketBären: Kovalev (6), Kutzschmar (12), Kraushaar (4), Pjanic (2), Allen (26, 7/11 Dreier), Dörr (2), Mallory (4), Angelats (10), Schick (9), Overdick (2), Mayer

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