Licher BasketBären-Dresden Titans 71:96 (25:55)

Titanen eine Nummer zu groß

 

Nach zwei Heimsiegen in Folge wurde den Playoff-Hoffnungen der BasketBären ein herber Dämpfer versetzt. 71:96 hieß es nach vierzig gespielten Minuten. Die Dresden Titans profitierten bei ihrem Gastspiel am Samstagabend vor allem von ihrem 25-zu-0-Lauf im zweiten und dritten Viertel.

 

Ohne Viktor Klassen und Lamar Mallory, über dessen Spielfähigkeit am Freitag letztlich doch negativ entschieden werden musste, starteten die Licher in die Partie. Beiden Teams war anzusehen, dass viel auf dem Spiel stand, konnten die Titans mit einem Sieg doch die Playoffqualifikation faktisch eintüten. Es war in einem punktearmen Auftakt jedoch an den Lichern, mit einem Dreipunktspiel in Führung zu gehen. Ein Distanzwurf von Nil Angelats verfehlte sein Ziel, fand die Hände von Konstantin Kovalev und wurde von diesem zirkusreif trotz Foul in den Korb bugsiert. Nach verwandeltem Bonusfreiwurf stand es nach wenigen Sekunden 3:0. Dies sollte die höchste Führung aus Sicht der Gastgeber bleiben.

 

In einer zerfahrenen Anfangsphase zogen dreieinhalb Minuten ins Land, bevor Dresden die ersten Punkte aus dem Feld durch Walter Simon erzielte. Nach einem Dreipunktewurf durch Marian Schick lagen die Bären mit 6:5 ein letztes Mal in Führung, bevor Randal Holt die Zügel in die Hand nahm. Mit vier Punkten in den letzten vierzig Sekunden brachte der Topscorer der Sachsen seine Farben zur Viertelpause mit 19:13 in Front.

 

Auch im zweiten Spielabschnitt erwischten die Gäste den besseren Start. Angeführt von Andrew Jones und David Sturner konnten sie sich auf 29:17 absetzen. Ein Dunk von Alen Pjanic sowie Dreier von Angelats und Simon Kutzschmar brachten die Hessen wieder auf 25:32 heran. Zwei versenkte Dreipunktwürfe von Sturner wendeten das Blatt jedoch postwendend (25:38, 5:03 Minute). Der 205cm große Center versenkte an diesem Abend drei seiner fünf Versuche jenseits des Perimeters, meißelte sich bereits zur Halbzeit ein Double-Double in seine Statistiken und erzielte insgesamt 23 Punkte, 13 Rebounds und zwei Blocks in weniger als 25 Minuten Einsatzzeit.

 

Für Lich läutete diese Phase den besagten 25-Punktelauf der Titans ein, der halbzeitübergreifend erst eine Minute nach Wiederanpfiff in einem Korbleger durch Philipp Leiser im 57:25 gipfelte. „Dies war wenig überraschend der Knackpunkt“, zeigt sich Joan Rallo nach dem Spiel zerknirscht. „Alles, was sie gut beherrschen, setzten sie in diesen acht Minuten um. Gleichzeitig zeigten wir uns von unserer schlechtesten Seite.“ Dementsprechend lange behielt der Chefcoach sein Team während der Halbzeitpause in der Kabine. „Wir wollten uns zusammenraufen, in den letzten zwei Vierteln ein Zeichen setzen und den Kampf annehmen. Das waren wir auch den Fans schuldig, die uns trotz des beträchtlichen Rückstandes stark unterstützt haben.“

 

Tatsächlich endete die zweite Hälfte mit 46:41 ausgeglichen. Kovalev brach die Punkteflaute mit einem Fadeaway in Korbnähe. Lich griff beim Rebound beherzter zu, drückte im Fastbreak auf die Tube und erarbeitete sich so mehr qualitative Abschlüsse. Verwandelte Korbleger durch Angelats und Elijah Allen sowie ein Dreier von Marian Schick ließen den Abstand zwischenzeitlich auf 42:67 schmelzen. Auch nach einer Auszeit durch Dresdens Cheftrainer Steven Clauss ließen sich die Bierstädter nicht beirren Nach Freiwürfen durch Moritz Overdick und Allen schmolz der Abstand auf 20 Punkte (48:68, 3:08 Minute). Die Dietrich-Bonhoeffer-Halle erwachte zum Leben und unterstützte den Kampfgeist seines Rudels, bevor Titanen-Center Max von der Wippel und Holt den 51:76-Pausenstand bestellten.

 

Pjanics erfolgreicher Tip-in nach einem Fehlwurf von Daniel Dörr und ein weiterer Dreier des Bären-Dirigenten Angelats (56:80) zeugten zu Beginn des Abschlussviertels vom Lebensgeist der Licher. Entschieden war die Partie jedoch lange bevor, weshalb die Schlagzahl nun deutlich herunterging. Henning Schaake nutzte seine fünfminütige Einsatzzeit für drei Zähler. Kutzschmar, der an diesem Abend teaminterner Topscorer wurde, betrieb durch Korberfolge weiter Ergebniskosmetik. Standen sich ob der klaren Verhältnisse nun Rotationsspieler beider Mannschaften gegenüber, setzten die Titans zum Schlussspurt an, um die 100-Punkte-Marke zu knacken. Ein verlegter sowie ein von Schaake geblockter Korblegerversuch von Daniel Krause in der letzten Minute verhinderten dies und besiegelten den 71:96-Endstand.

 

Joan Rallo: „Uns erwartet nun ein schweres Spiel gegen den Tabellenführer aus Karlsruhe. Dort werden wir genauso wie im letzten Hauptrundenspiel gegen Speyer den Kampf annehmen, um die Licher BasketBären in der ProB zu halten.“

 

Licher BasketBären: Angelats (10), Overdick (2), Allen (10), Dörr (1), Kovalev (5), Schick (14, 10 Rebounds), Kutzschmar (16), Kraushaar (1), Pjanic (9), Mayer, Schaake (3)

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