Licher BasketBären - TSV 1861 Nördlingen 69:73 (30:39)

Das Problem mit dem ersten Viertel              

 

Die Licher BasketBären haben es in der Südstaffel der ProB nicht geschafft, sich und ihren Fans ein Extra-Weihnachtsgeschenk unter den Weihnachtsbaum zu legen. Trotz einer starken kämpferischen Leistung reichte es für die dezimierte Mannschaft (es fehlten Simon Kutzschmar, Viktor Klassen, Vinzent Zimmer und Konstantin Kovalev) von Cheftrainer Joan Rallo Fernandez nicht, die Gäste aus Nördlingen in die Schranken zu weisen. Letztlich behielten diese mit 73:69 (39:30) die Oberhand.

 

In den ersten Sequenzen der Partie war es auf Licher Seite der umtriebige Elijah Allen, der für die ersten fünf Zähler, bei sechs Gegenpunkten der Giants, seiner Farben verantwortlich zeigte. Im Anschluss verloren die BasketBären jedoch völlig den Faden und wirkten immer einen Schritt langsamer und ließen sich ein ums andere Mal mit simplen Spielzügen übertölpeln. Die Hausherren probierten es oftmals aus der Distanz, ohne jedoch das nötige Zielwasser intus zu haben. Auch aus einer Vielzahl von Offensivrebounds konnten die Bären kein Kapital schlagen, während Nördlingen im Gegenzug schnörkellos vollstreckte und nach zehn Minuten mit 25:11 in Front lag.

 

Im zweiten Viertel war es der junge Bjarne Kraushaar, der das Spiel seiner Mannschaft belebte. Trotz seiner massiven körperlichen Nachteile attackierte der NBBL-Allstar immer wieder die Zone der Gäste, stiftete Unruhe und angelte sich auch den ein oder anderen Rebound am offensiven Brett. Einen davon tippte er zu Daniel Dörr, der mit Foul zum 15:29 vollendete. Den folgenden Bonuswurf ließ er allerdings ungenutzt und untermauerte damit eine gravierende Schwäche seiner Mannschaft an diesem Tag. Immer wieder versäumten es die BasketBären aus ihren Freiwürfen Kapital zu schlagen. Nichtsdestotrotz ging nun ein Ruck durch die Auswahl von der Wetter, Alen Pjanic traf per Distanztreffer aus der Ecke und Dörr legte zum 24:30 nach. Auch die Zuschauer, einmal mehr angeführt von enthusiastischen Flüchtlingen, die sich mit großer Begeisterung an den Trommeln betätigten und das restliche Publikum aus seiner Lethargie holten, waren nun im Spiel. Eine weitere Verkürzung des Rückstands verpasste die Rallo-Fernandez-Mannschaft jedoch durch verworfene Freiwürfe, sodass der Rückstand nicht kleiner als vier Punkte wurde (28:32). Die letzten Minuten der ersten Halbzeit gehörten den Gästen und insbesondere ihrem Topscorer Janek Schmidkunz (27 Zähler), sodass die Giants mit einer 39:30-Führung die Seiten wechselten.

 

In der Pause schien in der Kabine der Licher eine Flasche mit Zielwasser rumgereicht worden zu sein. Fanden in den ersten 20 Minuten nur 2/13 Distanzwürfen ihr anvisiertes Ziel, fackelten die Bären jetzt ein Feuerwerk von jenseits der 6,75 Meter Linie ab. Lamar Mallory eröffnete das Schützenfest und Pjanic, Max Mayer und Nil Angelats taten es ihm gleich, ehe der US-Amerikaner selbst wieder aus der Distanz erfolgreich war. Diese fünf Dreier in Serie bedeuteten eine Verkürzung auf 45:50 und die BasketBären waren nun endgültig in der Partie. Allerdings erlaubten sie sich zum Ende des dritten Durchgangs erneut eine kleine Schwächephase, sodass Nördlingen mit einem 57:49 Vorsprung in das letzte Viertel des Jahres ging.

 

In diesem verkürzte Allen zügig per Dreier auf 54:57. Nun hefteten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Licher an die Fersen der Giants und glichen durch Dörr gar zum 65:65 aus. Doch es gelang den Lichern nicht, in Führung zu gehen. Zudem handelte sich Kraushaar ein unsportliches Foul ein und Angelats erlaubte sich ein unnötiges Offensivfoul. Aus diesen Fehlern schlugen die Riesstädter letztlich den entscheidenden Vorteil, nutzten ihre Chancen und feierten am Ende mit ihren mitgereisten Fans den Auswärtssieg. 

 

Joan Rallo Fernandez: „Ich weiß einfach nicht, was da im ersten Viertel immer mit uns los ist. Vor allem passiert uns das meist nur gegen Teams, mit denen wir eigentlich auf Augenhöhe sind. Gegen die Topteams sind wir oft sofort im Spiel. Aber wir haben uns wieder toll zurückgekämpft und mir tut es sehr leid, dass es nicht geklappt hat. Aber ich sehe weitere Fortschritte, Daniel Dörr hat heut wie ein junger Hüpfer gespielt und uns viel gegeben. Auch Bjarne hat ein gutes Spiel gemacht und wird an solchen Duellen gegen echte Veteranen wachsen. Und das ist letztlich das, was wir uns als Verein auf die Fahnen geschrieben haben. Wir haben jetzt eine Woche frei um den Kopf frei zu bekommen und auch noch einmal über das erste Viertel nachzudenken und greifen dann neu an, denn es ist klar, dass wir Siege brauchen.“

 

Licher BasketBären: Kraushaar (4), Pjanic (6), Allen (18, 12 Rebounds), Dörr (10), Mallory (10), Angelats (6), Zimmer, Schick (9, 6 Assists), Overdick (2), Mayer (4), Ziring

 

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